Ambulante Rehabilitation nach Cochlea Implantation

Wir bieten Ihnen eine ambulante Rehabilitation nach Cochlea Implantation (CI) für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche an.

Ein Cochlea Implantat ist ein elektronisches medizintechnisches Gerät, das die Funktion des beschädigten Innenohrs übernimmt. Mit einem CI können hochgradig Hörgeschädigte, Ertaubte oder Taubgeborene in der ambulanten Reha das Hören erlernen bzw. wieder erlernen. Das CI stimuliert den Hörnerv. Voraussetzung ist daher, dass der Hörnerv und die zentrale Hörverarbeitung intakt sind.

Wir beraten Sie in Ihrer Entscheidungsphase vor der Implantation, betreuen Sie während Ihrer Rehabilitation und ermöglichen Ihnen eine lebenslange Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollen der Funktion und Einstellung des Implantats.

Darüber hinaus bieten wir in unserem Haus das erweiterte Neugeborenen-Hörscreening an. Hiermit können Hörstörungen rechtzeitig – bereits wenige Tage nach der Geburt – erkannt werden.

In Kooperation mit dem Oberlin Hörpunkt, der Oberlinschule, der sinnesspezifischen Frühförderstelle der Oberlin Lebenswelten sowie der Radiologie besteht zudem ein interdisziplinäres Netzwerk zur optimalen Betreuung unserer Patientinnen und Patienten.

Individuell betreut, alltagsnah begleitet

  • Ambulante Rehabiltation bei Kindern nach Cochlea Implantation

    Das Betreuungskonzept des Hörtherapiezentrums für Kinder mit Cochlea Implantat beinhaltet die ambulante CI-Rehabilitation und die Beratung der Eltern oder Bezugspersonen. So wird unseren kleinen Patienten und deren Eltern eine alltagsnahe und individuelle Begleitung ermöglicht.

    Im Rahmen der therapeutischen Betreuung von Kindern mit CI arbeiten wir ganzheitlich: die natürlichen und individuellen Entwicklungsbedingungen des Hörens und der Lautsprache werden angeregt, unterstützt und gefördert. 

    Die Förderung beginnt bereits mit der präoperativen Beratung der Eltern sowie einem Vorab-Training nach der operativen CI-Versorgung. So erhalten Patientinnen und Patienten, Eltern bzw. Bezugspersonen die Möglichkeit, das Personal des Zentrums und insbesondere den für sie zuständigen Therapeuten sowie die Räumlichkeiten kennenzulernen.

    Mit der ambulanten CI-Rehabilitation wird etwa 4 Wochen nach der operativen CI-Versorgung und der Erstanpassung des CI-Sprachprozessors begonnen. 

    Ablauf

    • Wöchentliche Therapiesitzungen, je nach Therapieverlauf und Rehabilitationsfähigkeit
    • Je Sitzung erfolgt eine Optimierung des Sprachprozessorprogramms und ein Hör-Sprach-Training
    • Regelmäßige Überprüfung der Hörqualität sowie die lautsprachliche Entwicklung mit speziell für Kinder entwickeltem Testmaterial
    • Einschätzung des Rehabilitationsziels und der Rehabilitationprognose sowie Beratung in Bezug auf technische Hilfsmittel, z. B. FM-Anlagen. 

    Beratung

    Die psychologische und soziale Beratung der Eltern bzw. Bezugspersonen hat im Hörtherapiezentrum einen hohen Stellenwert. Unser Team begleitet und berät bei der Neugestaltung der Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem mit CI versorgten Kind.

    Die Hilfe der Eltern bzw. Bezugspersonen kann die Hör- und Sprachentwicklung maßgeblich verbessern und positiv beeinflussen.  

    Abschluss

    Auch nach Abschluss der Rehabiliation werden die Kinder mit CI im Rahmen der ambulanten Nachsorge weiter betreut. Eine mindestens halbjährliche Vorstellung der Kinder nach der Abschlussbehandlung wird vorausgesetzt. 

    Je nachdem, welche zusätzlichen Einschränkungen es ggf. gibt, kann eine häufigere Betreuung notwendig sein. Ebenso bei Kindern mit einer mehrfachen Behinderung sorgt eine regelmäßige und kurzfrequente Fortführung der Therapie für den Erfolg der CI-Versorgung. 

  • Ambulante Rehabiltation bei Erwachsenen nach Cochlea Implantation

    1. Präoperative Beratung
    Wir bieten allen Patienteninnen und Patienten eine umfassende präoperative Beratung an. Die Beratung umfasst folgende Punkte:

    • Vorstellung des Reha-Ablaufs
    • Individuelle Therapieplanung
    • Produktberatung zu den CI-Herstellern (Advanced Bionics, Cochlear, Med El, Oticon Medical)
    • Organisatorische Themen, wie z. B. Fahrkostenübernahme, Krankenkassen-Anträge, Zuzahlungsbefreiung etc.

    2. Einstellung des Sprachprozessors
    Im Rahmen der Rehabilitation werden Patientinnen und Patienten umfassend audiologisch betreut. In mehreren Sitzungen wird der Sprachprozessor, der das CI stimuliert, kontinuierlich optimiert.

    In Zusammenarbeit mit den CI-Trägern wird die Hörwahrnehmung mit dem CI Stufe für Stufe verfeinert, um Tonhöhen und Tonstärken immer differenzierter wahrnehmen zu können. Dabei wird von der individuellen Hörerfahrung vor der Implantation ausgegangen.

    Früher verloren gegangene Hörbereiche werden im Verlauf der Anpassung schrittweise mit einbezogen. Im fortgeschrittenen Stadium der Hörerfahrung werden Programmeinstellungen für unterschiedliche Hörumgebungen entwickelt.

    3. Hör- und Sprachtraining mit lautsprachgerichtetem Ansatz
    In Abhängigkeit vom jeweiligen Hör- und Sprachstatus mit CI wird nach folgendem Trainingsmodell vorgegangen.

    1. Nach der Erstanpassung wird die Wahrnehmung von Geräuschen und Sprache mit CI geschult.
    2. Prosodische Merkmale wie Dauer, Tonlage, Lautstärke und Intonation sollen identifiziert und zurückgefahren werden.
    3. Gezielte Hörübungen, die stets in einem natürlichen lautsprachlichen Kontext eingebunden sind.
    4. Verstehen von Lautsprache mit dem Ziel, ein offenes Sprachverständnis zu erreichen.
    5. Ausbau kommunikativer Fähigkeiten. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Förderung kommunikativer Fähigkeiten im Alltag und im Berufsleben ein.

    Weitere Therapieinhalte sind zudem:

    • Gesprächsstruktur, Feedbackverfahren
    • Absehen, Hörtaktik
    • Telefontraining
    • Umgang mit dem CI sowie dem Zusatzzubehör (Wireless-Komponenten)
    • Anschluss- und Nutzungsmöglichkeiten audio-visueller Geräte
    • Maßnahmen zur artikulatorischen Sprechverbesserung

    4. Gruppenhörtraining

    • Die maximale Gruppengröße beträgt 4 bis 6 Teilnehmer.
    • Die Dauer der Gruppenstunden liegt bei 120 Minuten.
    • Die Gruppenstunden sind thematisch unabhängig, sodass die Teilnehmer jederzeit einsteigen können.

    Voraussetzung für die Teilnahme an den Gruppentherapien ist ein möglichst offenes Sprachverstehen. Zu den Inhalten gehören Themen wie Zusatztechnik, Hör- und Kommunikationstaktik.

    5. Medizinische Kontrollen
    Im Rahmen der CI-Rehabilitation untersuchen HNO-Ärtze Patientinnen und Patienten mit implantierten CI. Bei Bedarf erfolgen weitere Untersuchungen. Außerdem werden Reha-Verlängerungsanträge und Abschlussberichte erstellt, in denen eine Beurteilung des Therapieverlaufs bzw. -erfolgs vorgenommen wird.

    6. Technische Versorgung und Beratung
    Zur technischen Versorgung und Beratung gehören die folgenden Bereiche:

    • Schulung der Patienten in der Handhabung des Sprachprozessors
    • Regelmäßige Funktionsüberprüfung des CI
    • Austausch und Reparatur defekter Teile
    • Erläuterung des Zubehörs
    • Verwendung einer FM-Anlage und Erprobung spezieller Hilfsmittel (z. B. Telefon für Hörgeschädigte, Lichtwecker, Telefonverstärker, Wireless-Optionen etc.)

    Die technische Beratung sowie der Batterie-Service erfolgt gesondert in Kooperation mit dem Akustikfachgeschäft Oberlin Hörpunkt und stellt eine Serviceleistung außerhalb der CI-Rehabilitation dar.

    7. Psychologische Beratung
    Zur CI-Rehabilitation gehört außerdem eine psychologische Beratung. Im Fokus stehen hierbei Konflikte, die im Rahmen der Hörbehinderung und der damit einhergehenden Auseinandersetzungen stehen. Bei der Notwendigkeit weiterführender psychotherapeutischer Interventionen wird das je nach Wohnort des Patienten zuständige Krankenhaus mit entsprechender Fachqualifikation hinzugezogen.

    8. Soziale Beratung
    Im Rahmen der CI-Rehabilitation im Hörtherapiezentrum erhalten die Patientinnen und Patienten eine Beratung über bestehende Hilfen und Institutionen, die nach einer CI-Versorgung in Anspruch genommen werden können. Es werden dabei Fragen zur Antragsstellungen (z. B. beim Schwerbehindertenausweis), bei Zuschüssen sowie zur Erwerbsunfähigkeit geklärt. Außerdem werden Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration aufgezeigt. Bei Schwierigkeiten wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.

    9. Ambulante Nachsorge
    Die ambulante Nachsorge erfolgt im Hörtherapiezentrum im Anschluss an eine CI-Operation und nach Abschluss der Rehabilitation.
    Sie umfasst die Überprüfung und Optimierung des Systems mit direkter Rückkopplung zum therapeutischen Prozess für die Erkennung von Sprachmustern und beinhaltet eine kontinuierliche Begleitung.

  • Ambulante Cochlea Implantat Nachsorge

    Die CI-Versorgung ist eine Therapie, die sich durch die lebenslange Betreuung durch eine implantierende Klinik und ein kooperierendes CI-Zentrum auszeichnet. 

    Gemäß den Leitlinien der Deutschend Cochlea Implantat-Versorgung wird nach Abschluss der CI-Rehabilitation eine regelmäßige Kontrolle des CI-Systems notwendig. Diese sogenannte CI-Nachsorge dient der medizinischen und technischen Kontrolle und Beratung sowie der Überprüfung der Hör-, Sprech- und Sprachleistungen einschließlich Dokumentation. Ziel ist es, die individuelle Kommunikationsfähigkeit zu optimieren.

    Die Nachsorge erfolgt bei Erwachsenen und Jugendlichen nach Abschluss der CI-Rehabilitation für die Dauer von 2 Jahren halbjährlich, danach einmal pro Jahr. Für Kinder empfehlen wir eine halbjährliche Vorstellung bis zum Abschluss der Schul- bzw. Berufsausbildung.

    Auch der Reparatur- und Ersatzteilservice sowie die Neuversorgung mit neueren Sprachprozessorgenerationen (Upgrades) sind Bestandteil der CI-Nachsorge.

Häufig gestellte Fragen